Das Denkmal an der Bergstraße

Zu ehren der 1866 im österreichisch-preußischen und 1870/71 im deutsch-französischen Krieg gefallenen, aus Vilsbiburg stammenden Soldaten wurde 1904 wiederum auf Initiative des Veteranen- und Kriegervereins ein weiters Denkmal, eingangs der Bergstraße, errichtet. Auf einem Granitblock erhob sich in Überlebensgröße ein bayerischer Soldat in voller Feldausrüstung. Die von dem Bildhauer J.W. Menges aus München in Bronzeguss gefertigte Figur hatte die respektable Höhe von dreieinhalb Metern; mit dem Sockel maß das Denkmal über acht Meter. Über 3000 Teilnehmer aus 100 Vereinen nahmen am 23. Mai 1904 an der Enthüllung teil. In das Festprogramm eingebunden - der Veteranen- und Kriegerverein feierte gleichzeitig sein 70-jähriges Bestehen - war ein Empfangsabend, den Mitglieder des Männer-Turnvereins Vilsbiburg mit dem Festspiel "Erinnerung aus großer Zeit" mit lebenden Bildern umrahmt. Es musizierte die Militärkapelle des kgl. bayer. 16. Infanterie-Regiments aus Landshut.

Wie vielen Denkmälern und Kirchenglocken im Zweiten Weltkrieg, erging es auch diesem Standbild. 1940, als die Aktion "Denkmäler für die Metallspende des deutschen Volkes" voll im Gang war, sollte auch nach einem Schreiben des Landrates vom 4. Juli 1940 das Vilsbiburger Bronzedenkmal abgeliefert werden. Das Landbauamt hatte hierzu gutachterlich erklärt, dass gegen dessen Ablieferung keine Bedenken bestünden. Auch das Landessamt für Denkmalpflege stimmte zu. Weiter führte es aus: "Derart katalogmäßig, von den Kriegervereinen bestellte Denkmäler, sind in rauen Mengen in allen Orten verstreut und stellen nur eine brave, aber keine künstlerische Leistung dar und sind bestimmt in ihrer Aufmachung und Anordnung nicht erfreulich im Ortsbild. Es dürfte ohnedies zu erwarten sein, dass die Gemeinde ein neues Ehrenmal für die Gefallenen des Krieges in würdiger Fassung errichtet...".

Bürgermeister Carl Köhler wehrte sich jedoch in einem Schreiben an den Landrat entschieden gegen die Einschmelzung. Er würde es als "pietätlos" finden wenn das Denkmal der Metallspende zum Opfer fallen müsse. Für Vilsbiburg besitze es einen geschichtlichen, heimatlichen und politischen Wert. Er bemühte dann in verschiedenen Schreiben den Regierungspräsidenten in Regensburg, das Reichspropagandaamt Bayerische Ostmark in Bayreuth (15. Mai 1942), die Reichsministerien für Volksaufklärung sowie für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin (15. Juni 1942)- doch ohne Erfolg. Am 6. November 1942 erging der endgültige Bescheid des Landrates von Vilsbiburg mit dem Inhalt, dass entsprechend der Anordnung des Regierungspräsidenten die Ablieferung des Kriegerdenkmals bis zum 20. November an ihn zu melden sei. Erst jetzt, die Stadt hatte sich über zwei Jahre gegen die Entfernung wehren können, erfolgte die Ablieferung. Ein Duplikat des Frachtbriefes weist als Empfänger des Standbilds eine Firma Qast & Co. in Nürnberg aus.

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