Das Denkmal an der Frauensattlinger Straße

denkmal1 Das älteste Denkmal in Vilsbiburg befindet sich an der Frauensattlinger Straße, in unmittelbarer Nähe des früheren Leprosenhauses. Nach der Inschrift wurde es auf Initiative des Veteranen- und Kriegervereins errichtet und am 16. Mai 1853 eingeweiht.
Der volle Text, der auf die in den napoleonischen Kriegen Gefallenen hinweist, lautet:

Denkmal der Erinnerung an
alle in dem französisch-deutsch
russischen Kriege gefallenen tapf-
ern Söhne Bayerns und an alle
in jenen Kriegen geblieben
deutschen Waffenbrüdern auch an
die vielen hundert von Ausländern
die dahier begraben ruhen. Der Tod
versöhnt. Errichtet vom Veter
anen Vereine Vilsbiburg
am 16. Mai 1853.

Eine im Jahr 1874 auf der Rückseite des in Sichtziegelbauweise mit typischen Merkmalen des neugotischen Stils erbauten Denkmals angebrachte Tafel nennt fünf Namen der im Kriege 1870/71 gefallenen Vilsbiburger Söhne. Zur Entstehungsgeschichte dieses Denkmals weiß Pfarrer Bartholomäus Spirkner im Vilsbiburger Anzeiger vom 11. April 1934 unter anderem zu berichten: "...alle Nationen, die hier auf Kriegsmärschen durchzogen, hinterließen mehr oder weniger erkrankte Soldaten, die meist im Spital und im Siechenhaus (Leprosenhaus) untergebracht wurden und wenn sie starben, gleich in der Nähe ohne viel Sang und Klang vergraben wurden. Dazu kamen hie und da auch noch Gefangene, z.B. 1813 100 Russen, die im 1813 säkularisierten Kapuzienerkloster, dem jetzigen Karmelitinnenkloster, interniert waren und in einem strengen Winter ihr Leben einbüßten.(...)".

Beim Siechenhaus Vilsbiburg waren Kriegsgräberstetten. Die eine bezeichnet richtig das alte Kriegerdenkmal, bzw. auch hier sollen die Gräber mehr östlich in der Wiese gewesen sein, wo früher der Siechenhausweiher bestand. Die Begräbnisstätte kam allmählich in Vergessenheit. Früher wusste man mehr davon; der alte Weber Möstl (...) erzählte (...),
dass auch in dem Dreieck zwischen der Frauensattlinger Straße und der Lichtenburger Straße (heutiger Standort des Denkmals) ein großer Grabhügel gewesen sei,
in dem über 100 Soldaten begraben wurden." Wasserwart Hans Wurm gestaltete 1934 diesen Platz zu einem kleinen Hain um und der Stadtrat stellte ein neues Kriegergedenkkreuz mit einer Inschrift auf.

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